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Das Thema „Greenwashing“ füllt das Programmkino Kamino

Helene Heyer von der BUNDjugend und der grüne Landtagsabgeordnete Thomas Poreski bei der Diskussion mit den Besucher*innen im Anschluss an die Filmvorführung

Im Programmkino Kamino zeigten der Reutlinger Kreisverband des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und der grüne Landtagsabgeordnete Thomas Poreski am vergangenen Mittwoch den neuen Film „Die grüne Lüge“. Im ausverkauften Kinosaal diskutierten im Anschluss an die Vorführung die Besucherinnen und Besucher mit Helene Heyer von der BUNDjugend und dem sozialpolitischen Sprecher der grünen Landtagsfraktion. 

Im Film werden Strategien von Unternehmen gezeigt, die ihre Produkte unter falschem grünem Etikett als „nachhaltig“ bewerben. Die Autorin Kathrin Hartmann und der Regisseur Werner Boote decken diese Greenwashing-Praktiken auf. Hartmann erklärt zum Beispiel, dass es kein ökologisch und sozial faires Palmöl gibt, denn für den Anbau der Palmen würde immer Regenwald zerstört.
 
Thomas Poreski betonte nach dem Ende des Films bei der Diskussion mit den BesucherInnen, dass ein differenzierter Blick auf die Umweltprobleme und Lösungsansätze nötig sei: „Das Glas ist nicht immer halb leer, es ist auch oft halb voll.“ Er führt dafür zum Beispiel an, dass Elektro-Autos natürlich auch Energie verbrauchen, aber eben deutlich weniger als viele Autos mit Verbrennungsmotoren. Er führte Firmen auf der Schwäbischen Alb an, die ihren Mitarbeitenden für den Weg zur Arbeit E-Bikes zur Verfügung stellen. „Das ist Mobilitätsmanagement, das wirklich als zukunftsweisend, ökologisch und sozial bezeichnet werden kann. Es kommt deshalb immer auf beides an: Nicht auf Etikettenschwindel hereinfallen, aber ruhig auch echte Erfolge feiern.“ 

Aus dem Publikum kam die Frage, was Nachhaltigkeit eigentlich sei. Für Helene Heyer bedeutet das, dass es eine Gerechtigkeit zwischen dem globalen Süden und Norden gebe und dass das Handeln der Menschen „enkel*innentauglich“ sei, „wenn ich also so handle, dass ich meinen Enkelinnen und Enkeln nicht schade.“ Sie schlägt die vier r als Leitfaden vor: refuse (vermeiden), reduce (reduzieren), repair (reparieren), recycle (wiederverwerten). Im Alltag könnte dadurch bereits viel Müll vermieden und Ressourcen geschont werden.

Ganz praktische Unterstützung zum Beispiel beim Einkaufen, können die beiden Apps ToxFox vom BUND und Siegel-Check vom NABU (Naturschutzbund) bieten. ToxFox hilft, Kosmetik- und Kinderartikel auf Schadstoffe zu prüfen und Siegel-Check zeigt, ob Lebensmittel ökologisch empfehlenswert sind oder eher nicht.