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Gemeinde Kusterdingen sichert sich Finanzierung des Fußverkehrs-Checks durch das Land

Die Gemeinde Kusterdingen konnte sich mit ihren Ideen zur Durchführung der Fußverkehrs-Checks in einem Teilnehmerfeld von fast 60 Bewerbern durchsetzen. Städte und Gemeinden konnten sich um Zuschüsse bewerben. 2018 werden acht Städte und Gemeinden vom Land gefördert. Neben Kusterdingen haben sich noch Bad Wildbad, Böblingen, Ehingen, Lörrach, Neckarsulm, Pforzheim und Zell am Harmersbach erfolgreich beworben. Für die ausgewählten Städte und Gemeinden trägt das Land die Kosten für die Fußverkehrs-Checks. Zusätzlich nimmt Albstadt auf eigene Kosten teil.

Fachbüros analysieren Verbesserungsmöglichkeiten für den Fußverkehr und beraten kostenlos „Wir möchten die Kommunen unterstützen, den öffentlichen Raum für Fußgängerinnen und Fußgänger attraktiver zu gestalten. Für die Lebensqualität insbesondere von Kindern und älteren Menschen spielt das eine zentrale Rolle“, erklärt Grünen-MdL Thomas Poreski. Seit 2015 fördert das Land daher Fußverkehrs-Checks für Städte und Gemeinden. Dabei analysieren Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Verwaltung und Expertinnen und Experten die aktuelle Situation, erfassen in Begehungen die Stärken und Schwächen im örtlichen Fußverkehr und erarbeiten Verbesserungsvorschläge. „Die Menschen wissen sehr gut, welche Ampelschaltung nervt, welche Übergänge für Kinder gefährlich sind und wo die Bordsteinkanten für einen Rollstuhl zu hoch sind. Fußverkehrschecks bietet die Möglichkeit, dieses Wissen zu bündeln und für die Probleme Lösungen im Gesamtpaket zu finden“, so Poreski.

Der diesjährige Themenschwerpunkt ist „Sichere Wege – sicheres Queren!“.

Gerade beim Überqueren von Straßen werden viele Fußgängerinnen und Fußgänger Opfer von Verkehrsunfällen werden. Bei Kindern ereignen sich sogar 90 Prozent der Unfälle beim Überqueren. Es ist wichtig dafür zu sorgen, dass die Wege und Querungen sicher gestaltet sind.

 

Mehr als 400 BürgerInnen nahmen 2017 an den Fußverkehr-Checks teil

Der Verkehrsminister dankte auf der Veranstaltung auch den Teilnehmerkommunen des Jahres 2017 für ihr Engagement und ihren Einsatz. Bei insgesamt 36 Begehungen und Workshops nahmen im letzten Jahr mehr als 400 BürgerInnen an den Fußverkehrs-Checks teil. Sie entwickelten gemeinsam mit Vertretern aus Verwaltung und Politik über 100 verschiedene Maßnahmenideen.

 

Im Jahr 2017 nahmen folgende Kommunen an den Fußverkehr-Checks teil: Aalen, Backnang, Gerlingen, Meßkirch, Neuenburg am Rhein, Pfalzgrafenweiler, Tauberbischofsheim und Wiesloch. Die Stadt Göppingen nahm auf eigene Kosten an den Fußverkehrs-Checks teil.

 

Hintergrund

Bei den Fußverkehrs-Checks bewerten BürgerInnen und Bürger sowie Verwaltung und Politik im Rahmen von Workshops und Begehungen im Dialog die Situation des Fußverkehrs in ihrer Kommune. Mit der Unterstützung eines Fachbüros erarbeiten sie Maßnahmenvorschläge, um die Wege zu Fuß künftig noch attraktiver und sicherer zu gestalten. Ziel der Fußverkehrs-Checks ist es, den Fußverkehr in Politik und Verwaltung wieder als eigenständige und wichtige Mobilitätsform ins Bewusstsein zu rücken, konkrete Verbesserungen anzustoßen und einen Impuls für eine verstärkte Förderung des Fußverkehrs vor Ort zu setzen.

 

Die Fußverkehrs-Checks werden seit 2015 durchgeführt. Bereits jede achte Kommune in Baden-Württemberg hat sich inzwischen für eine Teilnahme an den Fußverkehrs-Checks beworben. In einer Evaluation der Jahre 2015 und 2016 bestätigten die teilgenommenen Kommunen, dass die Fußverkehrs-Checks wirken. Es wurden konkrete Maßnahmen in den Kommunen angestoßen, die vom Verbessern der Gehwegoberfläche bis hin zur Breitstellung eines Budgets zur Umsetzung eines Fußverkehrskonzeptes reichen.

 

Die Auswahl der Kommunen hat eine Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinde- und des Städtetags, der Universität Stuttgart, des Fachverbands FUSS e. V., der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie des Ministeriums für Verkehr vorgenommen. Entscheidend für die Auswahl war eine möglichst große Bandbreite von Fußverkehrsthemen. Darüber hinaus wurden bei der Auswahl Kommunen mit unterschiedlicher Größe, Topographie und Erfahrung im Bereich der Fußverkehrsförderung berücksichtigt.

 

Weitere Informationen und Abschlussberichte der letzten Jahre:
https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/mobilitaet-verkehr/fussverkehr/fussverkehrs-checks/