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Jugendhilfe in Baden-Württemberg hat keine landesweite Fachaufsicht

Gestern habe ich mich in die Diskussion in den schweren Missbrauchsfall bei Freiburg eingemischt. Wir brauchen einen intensiveren Blick auf die Strukturen der Jugendhilfe im Land, denn es gibt keinen landesweit verbindlichen Qualitätsrahmen für die Jugendhilfe.

Die Kommunalisierung der Jugendhilfe im Rahmen der Verwaltungsreform von 2005 hat sich grundsätzlich bewährt. Sie hat aber einen Webfehler: Es gibt, anders als in anderen Bundesländern, keine landesweite Fachaufsicht mehr.

Auch das Landesjugendamt kann diese Rolle rechtlich nicht wahrnehmen. Die Eingriffsmöglichkeiten des Landes reduzieren sich im aktuellen Missbrauchsfall, wie auch zuvor bei dem von seinem Stiefvater getöteten Jungen Alessio, auf die formale Rechtsaufsicht. Das genügt nicht. Wir brauchen eine offene Debatte darüber, wie das Land einen fachlichen Qualitätsrahmen für die Jugendhilfe im Land setzen und dessen Einhaltung gewährleisten kann.