alt text

Wissenschaftsministerium fördert vier Projekte der Reutlinger Hochschule für angewandte Wissenschaften mit 1.784.000 Euro

Baden-Württemberg ist die innovativste Region in Europa. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Innovationstärke leisten die Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Mit ihrer anwendungsorientierten Forschung, die sie gemeinsam mit den regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen durchführen, leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft. Das will die Landesregierung weiter stärken. Deshalb fördert das Land gemeinsam mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erfolgversprechende Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft mit insgesamt sechs Millionen Euro. Insgesamt werden 13 Vorhaben in den Zukunftsfeldern „Erneuerbare Energien und Ressourceneffizienz“ sowie „Biotechnologie“ und „Industrie 4.0/ Digitalisierung“ für zwei Jahre gefördert.

Technologietransfer: Wirtschaft und Wissenschaft Hand in Hand

Mit ihrer anwendungsnahen Forschung und ihrer flächendeckenden Verteilung im gesamten Land sind die Hochschulen für angewandte Wissenschaften geradezu prädestiniert, die ebenfalls landesweit verorteten kleine und mittlere Unternehmen als Partner in Forschung und Entwicklung voranzubringen. Durch die gemeinsamen Verbundvorhaben ergeben sich Impulse für die Hochschulen und in gleicher Weise für die kleinen und mittleren Unternehmen.

Laut einer Mitteilung des Grünen Landtagsabgeordneten Thomas Poreski werden folgende vier Projekte der Reutlinger Hochschule für angewandte Wissenschaften werden mit Landesmitteln unterstützt.

Das von der Hochschulen Esslingen und Reutlingen gemeinsam konzipierte Vorhaben „Entdef-Fett“ wird mit 401.000 Euro gefördert.Im Rahmen dieses Projektssoll ein entzündliches Fettgewebemodell mit definierten Zellkulturmedien entwickelt werden. Ein solches Modell kann einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung und Behandlung weit verbreiteter Zivilisationserkrankungen wie Adipositas und Diabetes leisten.

Das mit 478.000 Euro geförderte Vorhaben „OR-Pad“ zielt darauf ab, dem Chirurgen alle klinisch relevanten Informationen eines Patienten gesammelt und Bedarfsgerecht direkt am Operationsbereich mittels portablen Geräten wie iPhones, Tablet PCs zur Verfügung zu stellen. Aktuell werden Informationen aus der Krankenakte oder von Bildgebungsverfahren nur auf recht weit vom Operationsgebiet entfernten Monitoren außerhalb der ergonomischen Sichtachse dargestellt oder gar als Papierausdruck mit in den OP genommen. Mit dem geplanten System soll der Operateur vorab relevante Informationen zur Anzeige auswählen, die dann auf einem portablen Gerät, bedarfsgerecht zur jeweiligen Operationssituation angezeigt werden.

Die Automobiltechnologie befindet sich im Umbruch. Im Bereich Mensch-Maschine-Schnittstelle macht die zunehmende Interaktion zwischen Fahrzeugen, Nutzern und dem Internet eine immer größere Anzahl von Bedienelementen nötig, wodurch das Fahrzeug am Ende schwerer wird. Im Projekt „InBiO“, das mit 460.000 Euro gefördert wird,will ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen Chemie, Industriedesign, Informatik und Textiltechnologie auf der Basis innovativer textiler Bedienoberflächen leichtere und intuitive Schnittstellen entwickeln, die die Komplexität der Autointerieurkomponenten verringern. Durch grüne Gestaltungsmerkmale soll der umweltbewusste Nutzer nachhaltige Materialien und Produkte leichter identifizieren und gezielt auswählen können.

Der Asynchronmotor ist heute der am meisten verwendete Elektromotor. Asynchronmaschinen sind robust und kostengünstig, weisen jedoch im Teillastbereich einen schlechten Wirkungsgrad auf. Neben der baulichen Optimierung wurden zahlreiche Verfahren zur Betriebsführung von Asynchronmaschinen entwickelt, die in einem stationären Arbeitspunkt den größten Wirkungsgrad einstellen. Für den dynamischen Betrieb mit häufigen Last- und Drehzahlwechseln sind solche Verfahren nur wenig erforscht und insbesondere in der Anwendung nicht etabliert. Im Vorhaben „EffiDynA“ sollen energieeffiziente Betriebsstrategien für Asynchronmaschinen entwickelt werden, wie sie etwa bei Krananlagen oder Bau- und Landwirtschaftlichen Maschinen eingesetzt werden. Ziel ist es, die Effizienz und den Wirkungsgrad aber auch die Haltbarkeit von Asynchronmaschinen zu verbessern. In dieses Projekt investiert das Land 445.000 Euro.

Weitere Informationen

Aus den gemeinsamen Verbundvorhaben ergeben sich sowohl für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als auch die Hochschulen der angewandten Wissenschaften (HAWen) diverse Vorteile. Die KMU können in der Kooperation ihre oftmals nur begrenzt vorhandenen personellen und finanziellen Kapazitäten im Forschungs- und Entwicklungsbereich ausbauen. Die HAWen schärfen durch die Kooperation mit der Wirtschaft ihr Forschungsprofil, anwendungsrelevante Forschungsinhalte fließen schneller in die Lehre ein, und den Studierenden wird ermöglicht, Kontakte zu möglichen Arbeitgebern aufzubauen.

 Insgesamt wurden 43 Förderanträge eingereicht, deren thematische Schwerpunkte in den Bereichen „Erneuerbare Energien“ und Ressourceneffizienz sowie „Biotechnologie“ und „Industrie 4.0/ Digitalisierung“ liegt. In dem Wettbewerb setzten sich 13 Vorhaben durch, deren Umsetzung das Wissenschaftsministerium hälftig aus Mitteln der EFRE Regionalförderung 2014-2020 und aus Mitteln des Landes in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt bis zu sechs Millionen Euro fördert.