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Gentechnikfreie Kommune Reutlingen - Gute Gründe für die gentechnikfreie Landwirtschaft

Gute Gründe für die gentechnikfreie Landwirtschaft – unter diesem Motto hatte der Kreisverband der Grünen am vergangenen Montag zu seiner Diskussionsrunde Grün Direkt in das Restaurant Marctwirtschaft eingeladen. Was sind überhaupt Gene? Was spricht für die gentechnikfreie Landwirtschaft? Welche Auswirkungen hat das Patentrecht auf die Züchtung und die Forschung und woran kann man „Genfood“ erkennen? Ulrike Selje, Biologin und Mitglied des Arbeitskreises  Gentechnik-Freies Ermstal führte die interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer in die Grundlagen der Gentechnik ein. Ihr Vortrag machte deutlich, dass schon die Beantwortung der Frage, was ein Gen überhaupt ist, überaus kompliziert ist. Die Zusammenhänge sind weitaus komplexer, als die über 150 Jahre alten Mendelschen Gesetze zur Vererbungslehre vermuten lassen. Karin Berkemer, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises Gentechnik-Freies Ermstal erläuterte, warum sich der Arbeitskreis ebenso wie viele Umwelt- und Verbraucherschutzverbände sowie Hilfsorganisationen und kirchliche Vereinigungen gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft aussprechen.  Zwar würde in manchen Schlagzeilen die Erwartung geweckt, mit Hilfe der Gentechnik lasse sich der Hunger in der Welt beseitigen. Jedoch zeige ein Blick auf die Ursachen des Hungers sehr schnell, dass die Gentechnik keine Lösung für die wahren Probleme der armen Länder und hungernden Menschen ist. Kriege und verminte Felder, Armut und kein Geld für Essen, kein Zugang zu Land und Wasser um selber Nahrung anbauen zu können, fehlende Transport- und Lagermöglichkeiten für die Lebensmittel, unfaire Handelsbedingungen und eine Agrarpolitik zu Lasten der armen Länder - für all diese Probleme bietet die Gentechnik keine Lösungen. Zumal der größte Teil der angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen im Futtertrog landet und nicht die hungernden Menschen sättigen. Auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher verheißt die Gentechnik in der Landwirtschaft nichts Gutes. Preissteigerungen und Einschränkungen der Wahlfreiheit sind zu befürchten. Da Wind und Bienen keine Grenzen kennen, lassen sich Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Organismen nicht vermeiden, wenn gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Für gentechnikfrei arbeitende Landwirte bedeutet der Anbau von Gen-Pflanzen in der Nachbarschaft einen erheblichen Mehraufwand, um eine Verunreinigung ihrer Ernte zu vermeiden. Auch Lebensmittelverarbeiter berichten von einem hohen Mehraufwand, um die Gentechnikfreiheit ihrer Produkte sicher zu stellen. In Kanada, einem der wenigen Länder, welches intensiv Gen-Pflanzen anbaut, haben die Bio-Bauern den Rapsanbau aufgegeben, da sie keine gentechnikfreien Pflanzen ernten können. Die Folgen für die Umwelt durch den Anbau von Gen-Pflanzen sind für den AGM ein weiterer Grund, sich für die gentechnikfreie Landwirtschaft einzusetzen. Die Agro-Gentechnik ist eine Rationalisierungstechnologie, sie beschleunigt den Ausbau von Monokulturen und führt zu Artenrückgang auf Feld und Acker. Zudem zeigen die Erfahrungen aus Gentechnik-Anbauländern, dass der Verbrauch an Spritzmitteln in diesen Ländern nicht gesunken sondern sogar gestiegen ist und sogenannte „Super-Unkräuter“ den Landwirten das Leben erschweren. In manchen Ländern werden inzwischen wieder Spritzmittel eingesetzt, welche bei uns verboten sind. Abschließend verwies Karin Berkemer noch auf die aktuelle Unterschriftenaktion des Arbeitskreis Gentechnik-Freies Ermstal. Hierin werden die Politisch Verantwortlichen aufgefordert, allen Überlegungen in der EU, neue gentechnisch veränderte Pflanzen zu zulassen, eine klare Absage zu erteilen. Eine weitere wichtige Forderung der aktuellen Unterschriftenliste ist die Beibehaltung der bestehenden Nulltoleranz für nicht in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Organismen in Lebensmitteln. Wer diese Forderungen unterstützen möchte, findet auf der Homepage des Arbeitskreises unter der Rubrik „Aktuelle Aktion“ die neue Unterschriftenliste zum Ausdrucken. http://gentechnik-freies-metzingen.de/  Auch auf dem neigschmeckt-Markt am kommenden Sonntag wird der Arbeitskreis Unterschriften sammeln.

GENKARTOFFEL? KOMMT NICHT IN DIE TÜTE!

Mecklenburg-Vorpommern hat sich zum drittgrößten Anwender von Agrogentechnik in Deutschland entwickelt. Gemeinsam mit über 80 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland lehnen wir gentechnisch veränderte Organismen in Lebens- und Futtermitteln jedoch konsequent ab und fordern ein Verbot des Anbaus. Gentechnisch veränderte Pflanzen kreuzen sich unkontrolliert aus - und verschmutzen somit unwiderruflich die Umwelt und machen eine Produktion gentechnikfreier Nahrungsmittel unmöglich.

Wir sagen: Schluss mit Gentechnik!

BASF baut in Mecklenburg-Vorpommern die gentechnisch veränderte Stärke-Kartoffel Amflora an. Und natürlich spielt BASF die Risiken dieses Anbaus herunter.

Die Folgen für Mensch, Gesundheit und Umwelt sind nicht absehbar.

- Genpflanzen bergen das Risiko der unkontrollierten Verbreitung.
- Genpflanzen bergen das Risiko unbeabsichtigter Nebeneffekte, z.B. Veränderungen, die unerwartete Allergien auslösen können.
- Die Genkartoffel AMFLORA enthält sogar ein Antibiotikum-Resistenzgen, dessen Ausbreitung zur Unwirksamkeit des Antibiotikum in der Medizin führen kann.
- Die Genkartoffel ist völlig unnötig, da konventionelle Sorten mit den gleichen Eigenschaften (hoher Industriestärke-Anteil) zur Verfügung stehen.

Bringe jetzt Deinen Unmut gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Kartoffeln von BASF zum Ausdruck und schreibe eine Mail an Ilse Aigner.

Weitere Informationen zum Thema Gentechnik findet ihr hier:

http://www.gruene-bundestag.de/

     

Herzlichen Glückwunsch an die die Fairtrade-Stadt Reutlingen!

Nach Tübingen und Rottenburg gehört nun auch Reutlingen zu den derzeit 78 "Fairtrade-Towns" in Deutschland - weltweit sind es bereits über 1.000 Städte. Für mich als grüner Landtagsabgeordneter ist die Kampagne "Fairtrade-Town" ein überzeugendes und unterstützenswertes Projekt. Durch ihr Engagement in das Zukunftsthema Fairer Handel können Städte einen wichtigen Beitrag zu einer gerechteren Handelsordnung leisten. Einen wesentlichen Effekt der Kampagne sehe ich in der Ermutigung zu einer bewussten Konsumhaltung und in der Sensibilisierung für die globalen Zusammenhänge. Fairtrade wächst bereits im achten Jahr in Folge im zweistelligen Bereich. Mit einem Plus von 18 Prozent über alle Produkte hielt der Wachstumstrend der letzten Jahre auch 2011 weiter an. Das Fairtrade Siegel von Transfair ist mittlerweile international anerkannt und steht für qualitativ hochwertige Produkte sowie sozial und ökologisch verantwortungsvolle Produktions- und Handelswege. Doch wenn man bedenkt, dass der Marktanteil von fair gehandeltem Kaffee in Deutschland bei etwa einem Prozent liegt, wird auch klar, dass hier noch Wachstumspotential schlummert. Fair Trade beschränkt sich nicht nur auf landwirtschaftliche Güter sondern schließt auch Handwerks- und Industrieprodukte mit ein und bietet damit eine Variante die Schattenseiten der Globalisierung und Industrienomadentum einzudämmen. Fairplay im Handel muss im 21. Jahrhundert Grundlage internationalen Handelns sein.